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Aufgelöst Fall der Woche #1 – Sonntag, 7:42 Uhr

15 Ersthelfende haben mitgeraten.
Fall gelöst – alle Tipps sind sichtbar.

TeamRN

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#TeamRN
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So funktioniert der Fall der Woche


Sonntag, 7:42 Uhr. Dein Handy piept: Alarm, 350 Meter entfernt. „Person bewusstlos – Verdacht auf Kreislaufstillstand." Du nimmst an und läufst los.

Wohnhaus, 2. Stock, die Wohnungstür steht offen. Im Flur liegt ein Mann, etwa 60, auf dem Rücken. Seine Frau kniet neben ihm, das Telefon am Ohr – die Leitstelle ist dran.

„Er ist beim Zähneputzen einfach umgekippt. Aber er atmet, hören Sie? Er schnarcht sogar!"

Du hörst es auch: ein lautes, schnappendes Geräusch, unregelmäßig, alle paar Sekunden. Seine Lippen sind bläulich. Auf deine laute Ansprache und kräftiges Rütteln an den Schultern reagiert er nicht.

Im Bad läuft noch der Wasserhahn. Auf der Kommode im Flur liegen ein Schlüsselbund, eine Brille und ein Tablettenblister.

In deiner App siehst du: Ein zweiter Ersthelfer ist unterwegs – mit dem Defi aus der Apotheke um die Ecke.

Deine Fragen:
  • Für alle: Was ist hier wirklich los – und was machst du in den nächsten 60 Sekunden?
  • Für Spürnasen: Welches Detail ist der Schlüssel? Und welche Details lenken nur ab?
  • Für Profis: Was sagst du der Frau – und was dem zweiten Ersthelfer, wenn er mit dem Defi reinkommt?
Auflösung am Freitag. Erst schreiben, dann lesen! 😉

Fair bleiben: eigene Gedanken, keine KI. Es geht nicht ums Rechthaben, sondern ums Lernen. Eine ehrliche, falsche Antwort bringt allen mehr als eine perfekte aus ChatGPT & Co. Beiträge, die erkennbar von einer KI geschrieben wurden, schalten wir hier nicht frei.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
🔎 Erste:r Spürnase ❌ Leider nicht (ganz) richtig
Was ich die nächsten 60s machen würde:
- Atemwege checken ob frei
- Puls checken auf Frequenz und Regelmäßigkeit
- Recap Zeit checken
- stabile Seitenlage

weitere Maßnahmen:
- alles Rea bereit machen -> Defi griffbereit lassen ggf. Patches kleben bei Verschlechterung Vitalzeichen
- Vitalfunktionen alle 30-60s checken
- Frau nach bekannten Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen fragen
 
❌ Leider nicht (ganz) richtig
Hat sich beim Tabletteneinnehmen verschluckt, bzw. die Pille steckt im Hals und blockiert die Atemwege. Er bekommt keinen, oder zu wenig, Sauerstoff (Zyanose), daher sind seine Lippen blau.
Als Ersthelfe würde ich jetzt in den Mund schauen und evtl. kann man des Teil ja sehen und mit dem Finger ausräumen.
Die Schulung sagt: bei unnormaler Atmung (das Schnarchen, daß die Frau beschrieben hat, welches aber eine Schnappatmung ist) mit der Reanimation beginnen und durchziehen bis die Profis übernehmen.

Ich meine: Ohne Kreislauf, wenn auch nur schwach - keine blauen Lippen. Daher würde ich die Person in den "Kutschersitz" bringen und versuchen mit Schläge auf den Rücken den Fremdkörper zu lösen. Beim Aufrichten der Person in den "Kutschersitz" könnte sich auch eine Atemerleichterung zeigen. Wenn die Fremdkörperlösung erfolgreich ist und sich die Atmung normalisiert, dann SSL, betreuen, Atmung in kurzen abständen kontrollieren.
Wenn sich kein Erfolg beim Lösen des Fremdkörpers zeigt, dann reanimieren.

Die Frau würde ich erst befragen wegen den Tabletten und nach den alltäglichen Morgentlichen Routinen ihres Mannes. Dann der Frau Aufgaben geben: Wasserhahn abstellen, evtl. eine Decke bringen lassen, Platz für die Rettungskräfte schaffen, Krankenhaustasche richten lassen.
 
✅ Richtig
Mann um die 60, Verdacht auf Herzinfarkt, verlegte Atemwege, Kopf überstrecken, ich beginne zu reanimieren

Schlüssel- blaue Lippen, schnappende Atmung
Überflüssig- was auf der Kommode liegt

Ich sage der Ehefrau, wir kümmern uns um ihren Mann, zeigen Sie dem Rettungsdienst wo er hin muss.
Dem zweiten Ersthelfer sage ich Defi bereit machen
 
✅ Richtig
In meiner Beurteilung handelt es sich bei der Person, die auf dem Boden liegt, um einen reanimationspflichtigen Patienten. Die bläulichen Lippen weisen darauf hin, dass die Sauerstoffversorgung im Körper eingeschränkt ist. Das laute, schnappende Geräusch interpretiere ich als Zeichen für Schnappatmung. Dem Tablettenblister auf der Kommode messe ich zunächst keine Bedeutung bei. Das Rettungsdienstpersonal oder Notarzt kann dies zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen.

Ich werde sofort mit der Reanimation des Patienten beginnen. Ich bitte seine Frau, nach draußen zu gehen, um den Rettungsdienst einzuweisen. Ich teile dem nachrückenden Ersthelfer mit, wie es um den Patienten steht, und bitte ihn, den AED anzuwenden, während ich die Reanimation fortsetze.
 
❌ Leider nicht (ganz) richtig
Ich tippe auf eine Überdosis bei den Medikamenten. Als erstes grobe Werte erheben (sobald möglich), dem zweiten Ersthelfer diese Informationen weitergeben und auf die Medikamentendose aufmerksam machen (nach SINNHAFT)
 
🎯 Fast
Für alle:
Der vorgefundene Patient ist aufgrund der Schnappatmung als reanimationspflichtig zu sehen.
Ich würde mir wenn nötig Platz schaffen (bei Bedarf die Ehefrau mit einbeziehen). Und dann direkt mit der Reanimation beginnen und ggf.der Leitstelle (wenn noch am Telefon) mitteilen, dass mit der Laienreanimation begonnen wird. Dann kann der alarmierte RD darüber informiert werden.

Für Spürnasen:
Wichtig könnte der Tablettenblister im Flur sein. Je nachdem um welche Art von Tabletten es sich handelt, könnte man davon ausgehen, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand die Folge einer Intoxikation ist (z.B Benzodiazepine).
Unwichtig erscheint für mich der laufende Wasserhahn, die Brille und das Schlüsselbund.

Für Profis:
Der Ehefrau würde ich sagen, dass noch ein weiterer Ersthelfer kommt und würde ihr kurz und knapp erklären, was jetzt passiert. Außerdem würde ich die Frau bitten, wenn möglich einen aktuellen Krankenhausbericht sowie einen eventuell vorhandenen Med.-Plan zu suchen. Des Weiteren könnte die Frau die Krankenkassenkarte suchen (alles um sie ein bisschen aus der Situation raus zu halten). Sollte die Frau das alles gesucht haben, würde ich sie bitten den alarmierten Rrttungsdienst einzuweisen.
Dem zweiten Ersthelfer würde ich kurz erklären, was ich vorgefunden habe und in Absprache mit ihm den AED nutzen und würde mich dann nach Möglichkeit alle 2 Minuten mit der Herzdruckmassage abwechseln, um die Qualität der HDM aufrechtzuerhalten.
 
Was ich noch vergessen habe. Bevor ich mit der Reanimation beginne würde ich natürlich die Atemwege kontrollieren um eine eventuelle Verlegung der Atemwege durch z.B. Tabletten zu erkennen.
 
🎯 Fast
Info über Eintreffen an die LSt. Ich checke die Atemwege (Aspiration zB Tabletten)und checke Carotiden auf Puls. Bei Pulslosigkeit umgehend Beginnen mit der Thoraxkompression. Ich frage die Frau nach Vorerkrankungen und dem Tablettenblister. Fortlaufend Rückmeldung an die LSt. Bei Eintreffen des Zweithelfers lasse ich mich ablösen (Thoraxkompression), bereite den AED vor/ platziere Pads und starte das Gerät und folge den Anweisungen AED, dann weiter Herzdruckmassage bis Eintreffen RD
 
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❌ Leider nicht (ganz) richtig
Idee: Tablette wurde aus versehen verschluckt und Atmung ist blockiert (lautes, schnappendes Geräusch). Der Wasserhahn wurde vor dem Gehen noch eilig zum Tabletten-Schlucken genutzt (laufendes Wasser und Tablettenblister plus Schlüssel deuten auf ein schnelles aufbrechen hin). To-Do: Person (mit Hilfe des zweiten Ersthelfers und evtl. der Frau) aufrichten, Oberkörper starkt nach vorne beugen und Fremkörper durch Schläge zwischen Schulterblätter entfernen (ggf. auch Heimlich-Griff). Defi-wird vorerst nicht benötigt.

​

 
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Reaktionen: Tom
✅ Richtig
Tatsächlich ist der Fall ja relativ eindeutig, der Patient zeigt eine agonale Atmung, was darauf hinweist, dass der Auslöser, für den Kreislaufstillstand es kurzzeitig zurückliegen kann. Mutmaßlich bietet sich hier eine kardiologische Ursache als Auslöser an. Häufig zeigen Patienten mit akuten, kardialen Kreislaufstillständen ein Reaktivität des Hirnstamms, welcher auf die akute circularische Insuffizienz mit einem gesteigerten Atemantrieb reagiert. Dies führt insbesondere bei Laien zu einer fälschlicherweise wahrgenommen Atmung und verzögert lebenswichtige Sofortmaßnahmen.

Die folgerecht ersten Maßnahmen sind gegebenenfalls eine Pulsüberprüfung um das Wahrgenommene zu bestätigen und dann unmittelbarer Beginn mit manueller ThoraxKompression nach Leitlinie 30:2, je nach Verfassung die Ehefrau mit einbinden.

Die Vormedikation kann ggf. Zur Anamnese beitragen.

Sollte die Apotheke schon geöffnet haben um diese Zeit kann der zweite Helfer den AED unmittelbar nach erreichen der Einsatzstelle anbringen, bei vermuteter kardialer Ursache ist die Chance auf Kammerflimmern und den Erfolg einer frühzeitiger Defibrillation hoch.

(Zusatz: sind wir dann zu dritt und der Rettungsdienst ist noch nicht absehbar zur Stelle, könnte jetzt ggf. Erweiterter Maßnahmen möglich sollte entsprechendes Equipment zu Verfügung stehen. Sonst konsequent nach AED bzw. Leitlinie fortfahren.)
 
❌ Leider nicht (ganz) richtig
Zuerst würde ich den Puls Tasten, und gleichzeitig die Frau bitten mir den Tablettenblister zu geben um der Leitstelle die noch am Telefon ist den Tablettennamen Durchzugeben. Dann würde ich nach Lage entscheiden was ich der Frau und dem weiteren Helfer sage.
 
❌ Leider nicht (ganz) richtig
Ich würde behaupten er hat die Tabletten ohne wasser verschluckt. Ich mache die erstmaßnahmen und wenn es sich bestätigt dann den rettungsgriff.
 
✅ Richtig
Dies ist ehr schnappatmung kein Schnarchen.
Direkt auf den Rücken drehen und bei freiem Oberkörper Herzdruckmassage beginnen. Solange bis die Frau den Ersthelfer mit defi empfängt. Unwichtig Wasserhahn, Schlüsselbund und Brille. Für Rettungsdienst relevant die Medikamente auf der Komode
 
❌ Leider nicht (ganz) richtig
Die Tabletten helfen nicht wirklich weiter. Vielleicht könnte man eventuell die Tbl. erkennen o.ä., aber das ist sinnlos.
Man geht ja das xABCDE Schema ab. Blaue Lippen= upps. Da ist jmd. zyanotisch. Steckt was im Mund/Hals? Sofort nachschauen.
Das wichtigste ist jetzt, die Atemwege zu sichern. Ist das geschehen, Atmung bewachen. Vielleicht ist bis dahin Verstärkung da?
 
✅ Richtig
Die blauen Lippen wären für mich schon ein Zeichen. Das Schnarchgeräusch hört sich auch nicht nach normaler Atmung an…Da würde ich persönlich mit der Herzdruckmassage beginnen.
 
🎯 Fast
Der Mann ist nicht ansprechbar, atmet nicht bis unregelmäßig, Lippen zyanotisch. Ein Herz-Kreislauf stillstand ist nicht auszuschliessen. Hoffentlich ist der Kollege mit dem Defi fix. Bis dahin Frequenz nochmal prüfen und HLW beginnen.
 
✅ Auflösung
Auflösung Fall #1 – Sonntag, 7:42 Uhr

Danke an alle, die mitgeraten haben! Hier die Auflösung:

Was ist los?
Der Mann hat einen Kreislaufstillstand. Das „Schnarchen“ ist keine normale Atmung, sondern Schnappatmung: unregelmäßige, schnappende Atemzüge alle paar Sekunden. Sie kommt in den ersten Minuten nach einem Herzstillstand häufig vor – und täuscht leider sehr viele Helfende und Angehörige.

Für alle – die ersten 60 Sekunden
  • Bewusstlos + keine normale Atmung = sofort drücken. Nicht auf den Defi warten, nicht weiter „beobachten“.
  • Die Leitstelle ist schon am Telefon: Lautsprecher an, kurz sagen „Keine normale Atmung, ich beginne mit der Herzdruckmassage.“
  • Oberkörper frei machen, Handballen auf die Mitte der Brust, 5–6 cm tief, 100–120 Mal pro Minute. Der Flurboden ist hart – perfekt.
  • Wer es gelernt hat, beatmet im Verhältnis 30:2. Wer unsicher ist: einfach durchdrücken.

Für Spürnasen – der Schlüssel und die Ablenkung
  • Der Schlüssel: „schnappendes Geräusch, unregelmäßig, alle paar Sekunden“, dazu bläuliche Lippen, keine Reaktion und das plötzliche Umfallen. Das ist das Bild eines Herzstillstands – auch wenn die Frau sagt „Er atmet doch!“.
  • Ablenkung: Wasserhahn, Schlüsselbund und Brille spielen keine Rolle. Der Tablettenblister ist später wichtig: Bei der Übergabe dem Rettungsdienst geben – aber jetzt keine Zeit damit verlieren.

Für Profis – Kommunikation
  • Zur Frau: Kurz, klar, ruhig: „Er atmet nicht richtig, sein Herz hat aufgehört zu schlagen. Ich drücke jetzt. Bleiben Sie am Telefon.“ Und gebt ihr eine Aufgabe: Licht im Treppenhaus an, Haustür unten öffnen, Tabletten bereitlegen. Das hilft ihr – und dem Rettungsdienst.
  • Zum zweiten Ersthelfer: „Defi an, Pads kleben – ich drücke weiter.“ Pads: rechts unterhalb des Schlüsselbeins, links seitlich unter der Achsel. Drücken nur unterbrechen, wenn der Defi analysiert oder schockt – danach sofort weiter. Bei jeder Analyse wechseln, damit die Kompressionen gut bleiben.

Merksatz der Woche:
Schnarchen, Schnappen, Röcheln bei einem Bewusstlosen ist keine normale Atmung. Lieber einmal zu viel gedrückt als einmal zu wenig – der einzige echte Fehler ist, nichts zu tun.

Nächsten Montag gibt es Fall #2. Macht gern wieder mit!

PS: Die Verschlucken-Spur war bewusst gelegt, ihr seid in guter Gesellschaft.

Die Auflösung orientiert sich an den aktuellen Reanimationsleitlinien und ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Dies ist keine Medizinische Empfehlung und/oder Handlungsanweisung!
 
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