Fall der Woche #3 – Sonntag, 14:32 Uhr – der Seiteneingang
Sonntag, 14:32 Uhr. Dein Handy piept: Alarm, 620 Meter entfernt. „Person bewusstlos – Reanimation möglich.“ Du nimmst an, greifst deine Erste-Hilfe-Tasche und läufst los.
Gleichzeitig mit dir trifft ein zweiter Ersthelfer ein. Einen Defi gibt es in der Nähe nicht. Der Sohn winkt euch aufgeregt zu. Gemeinsam geht ihr die lange Einfahrt zu einem Einfamilienhaus hinauf, der Seiteneingang liegt versteckt hinter dem Haus. Schon von Weitem seht ihr: Die Tür steht offen, im Türspalt ist ein Fuß zu sehen. Du kennst das Haus und den Mann flüchtig – er ist älter, schlecht zu Fuß und meist mit Rollator oder Stock unterwegs.
Zwischen Tür und Hausflur liegt ein stark übergewichtiger Mann auf dem Bauch. Ein kleiner Tisch ist umgestürzt, eine Blumenvase liegt am Boden, überall ist Erde verteilt. Links neben ihm liegen ein Gehstock und eine Zeitung. Das kleine Fenster neben der Tür ist kaputt, Scherben liegen drinnen und draußen.
Von hinten siehst du: Die Haut ist blassblau. Atembewegungen erkennst du nicht. Als du dich über ihn beugst, entdeckst du eine kleine Platzwunde vorne rechts an der Stirn.
Der Sohn erzählt: „Ich habe vorgestern kurz mit ihm telefoniert, da ging es ihm noch gut. Heute wollte er zum Essen kommen. Als er nicht kam und nicht ans Telefon ging, bin ich nachschauen gefahren.“ Sein Vater habe es am Herzen und an der Lunge, dazu Bluthochdruck und erhöhte Blutfette. Vor Kurzem sei er aus dem Krankenhaus entlassen worden, dort habe man Prostatakrebs festgestellt, behandelt werde der aber noch nicht. Medikamentenliste und Krankenkassenkarte liegen laut Sohn immer in der Küche links neben dem Herd.
Am Hals tastest du kurz nach einem Puls – nichts. Die Haut fühlt sich kühl und wächsern an. Als du seinen Arm bewegen willst, geht das nur schwer. Du sprichst dich kurz mit dem zweiten Ersthelfer ab. In der Ferne hörst du schon das Martinshorn.
Deine Fragen:
Für alle: Was machst du jetzt – und was ist anders als bei Fall #1 und #2?
Für Spürnasen: Welches Detail ist entscheidend? Und was ist nur Ablenkung – oder erst später wichtig?
Für Profis: Was gibst du dem Rettungsdienst bei der Übergabe mit? Und was macht diese Einsatzstelle besonders?
Fair bleiben: Schreib, was du denkst – ohne KI, ohne Nachschlagen. Falsche Tipps sind ausdrücklich erwünscht, aus denen lernen alle am meisten.
Auflösung am Freitag. Die anderen Antworten siehst du, sobald du selbst geantwortet hast.
Sonntag, 14:32 Uhr. Dein Handy piept: Alarm, 620 Meter entfernt. „Person bewusstlos – Reanimation möglich.“ Du nimmst an, greifst deine Erste-Hilfe-Tasche und läufst los.
Gleichzeitig mit dir trifft ein zweiter Ersthelfer ein. Einen Defi gibt es in der Nähe nicht. Der Sohn winkt euch aufgeregt zu. Gemeinsam geht ihr die lange Einfahrt zu einem Einfamilienhaus hinauf, der Seiteneingang liegt versteckt hinter dem Haus. Schon von Weitem seht ihr: Die Tür steht offen, im Türspalt ist ein Fuß zu sehen. Du kennst das Haus und den Mann flüchtig – er ist älter, schlecht zu Fuß und meist mit Rollator oder Stock unterwegs.
Zwischen Tür und Hausflur liegt ein stark übergewichtiger Mann auf dem Bauch. Ein kleiner Tisch ist umgestürzt, eine Blumenvase liegt am Boden, überall ist Erde verteilt. Links neben ihm liegen ein Gehstock und eine Zeitung. Das kleine Fenster neben der Tür ist kaputt, Scherben liegen drinnen und draußen.
Von hinten siehst du: Die Haut ist blassblau. Atembewegungen erkennst du nicht. Als du dich über ihn beugst, entdeckst du eine kleine Platzwunde vorne rechts an der Stirn.
Der Sohn erzählt: „Ich habe vorgestern kurz mit ihm telefoniert, da ging es ihm noch gut. Heute wollte er zum Essen kommen. Als er nicht kam und nicht ans Telefon ging, bin ich nachschauen gefahren.“ Sein Vater habe es am Herzen und an der Lunge, dazu Bluthochdruck und erhöhte Blutfette. Vor Kurzem sei er aus dem Krankenhaus entlassen worden, dort habe man Prostatakrebs festgestellt, behandelt werde der aber noch nicht. Medikamentenliste und Krankenkassenkarte liegen laut Sohn immer in der Küche links neben dem Herd.
Am Hals tastest du kurz nach einem Puls – nichts. Die Haut fühlt sich kühl und wächsern an. Als du seinen Arm bewegen willst, geht das nur schwer. Du sprichst dich kurz mit dem zweiten Ersthelfer ab. In der Ferne hörst du schon das Martinshorn.
Deine Fragen:
Für alle: Was machst du jetzt – und was ist anders als bei Fall #1 und #2?
Für Spürnasen: Welches Detail ist entscheidend? Und was ist nur Ablenkung – oder erst später wichtig?
Für Profis: Was gibst du dem Rettungsdienst bei der Übergabe mit? Und was macht diese Einsatzstelle besonders?
Fair bleiben: Schreib, was du denkst – ohne KI, ohne Nachschlagen. Falsche Tipps sind ausdrücklich erwünscht, aus denen lernen alle am meisten.
Auflösung am Freitag. Die anderen Antworten siehst du, sobald du selbst geantwortet hast.